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Freitag, 10. Oktober 2008

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Forum:

Welcher Roman soll den Deutschen Buchpreis 2008 gewinnen?

Am kommenden Montag wird der Deutsche Buchpreis im Frankfurter Römer verliehen. Wir haben drei Wochen lang die Anwärter vorgestellt, haben über den Preis und seine Kriterien gestritten. Jetzt steht nur noch die Frage aus: Wer soll ihn bekommen? Diskutieren Sie mit unseren Experten über Ihre Favoriten.

Beiträge

11.10.2008 | 18:29 Uhr

Denis Scheck: Ende der Langeweile

Schön wär's, die Jury würde sich einfach fragen, was Gips, was Marmor ist. Ob sie sich eher für die deutsche Variante von Faulkners Vergangenheit, die nicht tot, ja noch nicht einmal vergangen ist, begeistern vermag, also für Uwe Tellkamps "Der Turm", oder für eine Zukunft, die das lang ersehnte Ende der Langeweile bringt: noch fern, aber immerhin schon angebrochen, also für Dietmar Dath "Die Abschaffung der Arten".

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11.10.2008 | 11:54 Uhr

Kirsten Schmidt: Wenn es nach mir ginge,

würden sich Dath und Fatah den Preis teilen, weil sie beide schön geschrieben und thematisch tatsächlich dazu angetan sind, auch international diskutiert zu werden. Weil der Roman von Dath aber ins immer noch nicht ganz in der Kulturszene etablierte Science-Fiction-Genre gehört, tippe ich darauf, dass sich die Jury für Fatah entscheidet. (Was übringens dafür spricht, dass es vermutlich doch Lappert wird oder Hanika).

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Thomas Anz12.10.2008 | 10:33 Uhr
Thomas Anz schreibt: Dath, Science fiction und doch noch mehr

Die Kluft zwischen populärer Science fiction (+ Western + Pornographie) und moderner 'Hochliteratur' zu schließen hatte der amerikanische Literaturkritiker Leslie Fiedler schon 1968 zum Programm einer "Postmoderne" gemacht. Anspielungen Daths auf George Orwells "Farm der Tiere" und Arno Schmidts "Die Gelehrtenrepublik" sind von einigen aufmerksamen Rezensenten bemerkt worden. Sie zeigen, dass sich "Die Abschaffung der Arten" auf ganz unterschiedlichen Niveaus bewegt. Das macht den Roman nicht unbedingt besser, aber interessanter – und für manchen Kritiker vielleicht akzeptabler.



10.10.2008 | 18:33 Uhr

Friedmar Apel: Bei Sherko Fatah stimmt viel zusammen

Mit dieser Frage sollen die sogenannten Experten blamiert werden. Sei's drum. Ich mache mir aber nicht den Kopf der Jury und denke auch nicht über allerlei Proporz nach, sondern setze frank auf Sherko Fatah, weil ...

bei ihm dichte Beschreibung, Schönheit der Sprache, Melancholie, Spannung, Kolportage und zeitgeschichtliche und politische Aktualität zusammenstimmen und deshalb den Leser bewegen und belehren.

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10.10.2008 | 18:32 Uhr

Martin Lüdke: Dath oder Tellkamp, auf jeden Fall das Richtige

Mein verstorbener Freund Karl Kraus hat mir für solche Fragen eine praktikable Maxime zurückgelassen: In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.
Und ich bin sicher, die Entscheidung, die von der Jury gefällt werden wird, ...

ist die Richtige.

Es geht, ernsthaft betrachtet, nämlich nur noch um die Alternative: Dath oder Tellkamp.
Für beide Autoren lassen sich gute Gründe benennen. Deshalb würde ich mich auch mit der
Entscheidung schwer tun und den Ausschlag vom Wetter abhängig machen, weshalb ich froh bin, dass sieben Leute eine Mehrheit finden müssen...

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10.10.2008 | 17:06 Uhr

Thomas Scholz: Ich favorisiere Uwe Tellkamps "Turm"

Das ist ein Roman, wie ich ihn lange nicht gelesen habe. Manchmal ist er mir zu erinnerungsselig und ich vermisse die Distanz zum dargestellten Bildungsbürgertum, aber der Autor hat für mich unglaubliches Potential. Man glaubt es kaum, dass so ein klassisch modernes Buch heute noch möglich sein kann. Sowas bringt nur die deutsche Geschichte hervor. Das Buch wäre perfekt für den Buchpreis.

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10.10.2008 | 17:05 Uhr

Felicitas Feilhauer: Großer Respekt

Wenn man sich so lange und intensiv mit einem Buch beschäftigt hat, wie ein Verlagsmitarbeiter das mit einem grossen Roman tut und wie ich es mit dem nominierten Buch aus dem Hanser Verlag getan habe, dann weiß man um alle Qualitäten, aber man ist eben auch befangen und emotional.

Es freut mich sehr, dass ich mit vielen Lesern, die im Lesesaal abstimmen, einer Meinung bin.

Aber es ist mindestens ein weiteres Buch auf der Shortlist vor dem ich grossen Respekt habe und dem ich den Preis gönnen würde. Die Shortlist-Autoren und viele andere Neuerscheinungen dieses Jahres werden ihre Leser auch ohne Preis finden, auch wenn es vielleicht ein bisschen länger dauert.

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10.10.2008 | 11:47 Uhr

Wolfgang Matz: Zum Glück gibt’s die Jury!

Ja, wer soll den Deutschen Buchpreis bekommen? Komisch: Das weiß ich gar nicht! Keine blasse Ahnung! Ungelogen, ist das allererste Mal im Leben: Ich habe keine Antwort. Null. Zéro. Wie konnte das passieren? Ausgerechnet bei der letzten Frage bin ich sprachlos und verabschiede mich mit dem Eingeständnis der vollkommenen Ratlosigkeit. Schöner Experte!

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10.10.2008 | 08:07 Uhr

Thomas Anz: Dath wählen, aber ihm nicht folgen

Weil es ihm ums Ganze geht, um die Geschichte des Menschen und der Natur, weil er ein großer Moralist und zugleich unberechenbarer Spieler ist, weil er sprachlich, theoretisch, politisch so bodenlos blödelnd und riskant nach Freiheit und Glück sucht, dass es ...

spannend ist, ihm beim Scheitern und sich selbst beim Ärgern zuzusehen, wählt sich der Affe Stanz zum Alpha-Tier des Buchpreiskandidatenrudels: Dadadath mit seiner "Abschaffung der Arten" – und warnt, ihm zu folgen.

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10.10.2008 | 08:00 Uhr

Bodo Kirchhoff: Eine kleine Utopie

Ich weiß nicht, welcher Roman den Deutschen Buchpreis gewinnen s o l l. Nach der inzwischen vorherrrschenden Logik dieses Preises dürfte aber der Schweizer Autor gewinnen. Und in dem Zusammenhang noch eine kleine Utopie: ...

wie sähe das Ganze wohl aus, wenn alle Romane anonym eingereicht würden, wenn jeder, der bei diesem Preis mitmachen will, mit seiner Veröffentlichung warten müsste, bis die Entscheidung gefallen ist, wenn die Jury also nur über Texte zu beraten hätte und nicht über Personen oder Biographien?

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11.10.2008 | 16:03 Uhr
Olaf Trunschke schreibt: Kleine Dystopie

Ja, wenn alle Romane anonym eingereicht würden, wenn alle Teilnehmer mit der Veröffentlichung warten müssten, wenn die Jury nur über Texte zu beraten hätte und nicht über Personen und Verlage ... - Dann, ja dann wäre das ganze Forum hier Science Fiction: Es gäbe den Deutschen Buchpreis nicht ...


11.10.2008 | 15:31 Uhr
Literarisches Café Wolfgang Brammen schreibt: Es wird Utopie bleiben

Ein brillanter Vorschlag, Herr Kirchoff, dessen Umsetzung den Juroren vermutlich Schweißperlen auf die Stirn treiben würde. Eine albtraumhafte Vorstellung für sie:
Texte zu bewerten, bei denen sie weder den vorschlagenden Verlag kennen noch irgend etwas über den Autor und dessen Vita wissen. Und deshalb wird auch alles so bleiben wie bisher.






10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Sherko Fatahs "Das dunkle Schiff"

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10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Ingo Schulzes "Adam und Evelyn"

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10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Dietmar Daths "Die Abschaffung der Arten"

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10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Uwe Tellkamps "Turm"

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10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Rolf Lapperts "Nach Hause schwimmen"

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10.10.2008 | 07:59 Uhr

Leserstimmen zu: Iris Hanikas "Treffen sich zwei"

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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