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Donnerstag, 10. Dezember 2009

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zurück zur Auswahl Das dunkle Schiff

von Sherko Fatah

Vergangenheit, die einen niemals loslässt: Der junge Kerim macht diese Erfahrung auf seinem gefährlichen Abenteuerweg nach Westen. Der Koch stammt aus dem irakischen Grenzland, in Kurdistan, hineingeboren in eine Außenseiterfamilie von Aleviten, hinein in Saddams Diktatur. Irgendwann wird Kerim von Gotteskriegern entführt, findet eine Art Heimat bei fanatischen Islamisten.

Neben ihm werden die Jungen zu Selbstmordattentätern ausgebildet - doch als die Reihe an ihn kommt, flieht er. Im Bauch eines Schiffes als blinder Passagier gelangt er nach Europa, ständig bedroht. Schließlich Deutschland. Ein Neuanfang soll es werden, doch die Vergangenheit lässt sich in der Fremde nicht abschütteln, auch nicht in der Liebe.

Kerim fehlt in Berlin der Sinn und die Heimat - und er entdeckt jene Religion wieder, die ihm damals unter den Islamisten ein spiritueller Lehrmeister versucht hatte nahezubringen. Bald ist er erneut bei muslimischen Fanatikern, diesmal im Westen. Doch er bleibt für sie der Verräter: Am Ende wird er das nicht überleben.

Kerim als Opfer und zugleich Täter: Der Roman schildert die Verführungsmacht des Extremismus, seine machtvolle Realität in einem einzelnen Leben.

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Sherko Fatah

Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer deutschen Mutter geboren. 1975 siedelt die Familie mit dem elfjährigen Sohn in den Westen über, zunächst nach Wien, dann nach West-Berlin, wo Fatah Philosphie und Kunstgeschichte studierte. Veröffentlichungen u. a.: "Im Grenzland" (2001), "Donnie" (2002), "Onkelchen" (2004). Zahlreiche Stipendien und Preise (aspekte-Literaturpreis, 2001; Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil, 2007).

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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