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Dienstag, 29. April 2008
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Gibt es ein Grundrecht auf Muttersprache?

Dänen, Friesen und Sorben genießen bei uns auch sprachliche Minderheitenrechte, nicht aber Türken oder Russen. Gibt es für Migranten ein Grundrecht auf Muttersprache, das zum Beispiel im Berliner Schulstreit gegen das Deutsche als Pausenhofsprache angeführt wurde? Wo sind die Grenzen?

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Beiträge

30.04.2008 | 15:22 Uhr

Paul Rabe: Sprache verändert sich (immer!)

Wer den Jugendlichen in Berlin zuhört der kann, wenn er die dafür notwendige Offenheit mitbringt, fasziniert feststellen wie eine neue Sprache entsteht. Die jungen Leute sprechen ein Mischung aus Deutsch, ein wenig Türkisch, Englisch und ganz neuen Wörtern. Auch die Grammatik ändert sich.

Ist das schlimm? Ist das ein Niedergang unserer Kultur? Natürlich nicht. Wir sprechen heute auch nicht mehr wie Goethe oder Karl der Große. Sprache hat sich schon immer verändert und hatte schon immer einen Lebenszyklus, der bei einer Minderheit begann und sich dann, wenn diese Minderheit erfolgreich war, sich auf Mehrheiten ausgedehnt hat.
Ich wünsche der Minderheit der Immigranten viel Erfolg in unserem Land was gleichbedeutend ist mit einem Erfolg ihres Beitrages zu der zukünftigen Sprache unseres Landes.

Kommentare

30.04.2008 | 23:15 Uhr
Heinz Dieter Chiba schreibt: eine Veränderung deutet auf die Richtung, oder?

Natürlich, Herr Rabe u. Veränderung deutet aber auch, wohin die Reise gehen könnte. Latein, die Standardsprache, war nie einheitlich u. ist schliesslich Ital., Frz, Span., usf. geworden. Wir werden es nicht erleben, was Deutsch in 1/2 JH sein wird. Immerhin, ich frage mich, wenn Deutsch immer mehr alle gängige Begriffe vom Englischen sucht ("Reading Room") und sich mit einem deutschen Wort nicht mehr wohl fühlt, wird Deutsch immer mehr in diese Richtung (zum Englischen) gehen müssen. Türkisch oder Russisch werden nie den Einfluss des Englischen erreichen.

Wieviel Englisch kann Deutsch aufnehmen? Gibt es so etwas wie "zuviel"? Kann sich eine Sprache überanreichern?
Eins ist klar, es gibt mehr Anglizismen als Germanismen (Deutsches im Englischen). Man müsste nachfragen, wo die Relation liegt: die Prozent der Anglizismen im heutigen Deutschen verglichen mit dem Deutschen vor dem Zweiten Weltkrieg, dort hat die Anglisierung des Deutschen begonnen.



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