Lorenz Bormann: Prom. Philologen und Juristen gab es genug
Wenn ich in meiner Bibliothek die geerbte Nietzscheausgabe oder einen alten Macciavelli in die Hand nehme, dann finde ich die Notizen, die mir Dr. Aue sehr nahe bringen. Im Macciavelli steht mit Bleistift: "Leutnant Dr. X.X., Krakau 1942". Als Lesezeichen eine Entwesungsbescheinigung. Stellen, die sich auf das Recht auf Töten, auf die unbedingte Willensdurchsetzung usw. beziehen, etwa zu "Wenn es um das eigenen Volk geht, gibt es kein Recht oder Unrecht ..." werden handschrifltich kommentiert: "S.A., Röhm 34!"
Nehme ich die Nietzschebände, etwa Genealogie der Moral aus dem Jahr 1946 (!). Dann sind da die Reihung der Übermenschen "Napoleon, Bismarck" um "Hitler!" mit Bleistift ergänzt. Zu Aussagen über die Juden: "Schon damals!". Das ist der Dr. Aue nach 1945. In der Philosophie wird die Begründung und die Rechtfertigung für die Grausamkeit gesucht. Der Schreiber, PG seit 1930, Stud. in Tübingen, prom. Anglist, ausgebildeter Dirigent hätte mit Aue sicher über Suiten diskutieren können.
Kommentare




Login







