07.02.2008 | 19:11 Uhr
Sahe: Uninteressante Frage
Mit dieser Frage lockt Herr Spiegel keinen Hund hinter dem Ofen her, geschweige denn das Leserforum an die Tastatur. Was bringt diese formale Einordnung des Romans? Wobei jedem Laien schon offensichtlich ist, dass hier kein Bekenntnis des Autors selber vorliegt, sondern dieser nur die Form der Lebensbeichte für seinen Protagonisten gewählt hat.
Der Autor hat einfach ein Konstrukt gesucht, mit dem er seine ganzen Recherchen über das Thema Holocaust, die sicherlich sehr umfangreich waren, ansprechend unterbringen konnte. Nach den bisher gelesenen Folgen ist seine Darstellung sehr gelungen und man liest den Text gerne. Der Erzähler äußert Gedanken, die nicht langweilig sind, sondern teilweise überraschend. Man muss schon darauf kommen, die Berechnung zwischen der Anzahl der Toten und der Zeitdauer zu bringen und es so darzustellen, dass es nicht langweilig ist. Das Buch ist nicht langweilig und die heutige Fragestellung wird ihm nicht gerecht.
Heinz Dieter Chiba schreibt: Hallo Herr Rollfink,
Ihr Kommentar etliche Male angesehen u. Ihre Wortwahl betrachet. Besonders Ihr "Unverbesserlich" liess mich fragen, wohin Sie hinaus wollen. Man könnte sich fragen, wer hier spricht, wenn Sie von "anmassend" u. "trotzige Rechthaberei" greifen?
Schliesslich verkleidet sich der Autor in seinem Erzähler. Es spricht doch Littell zu uns u. über uns - übrigens ganz sein Recht. Ich sehe Aue anders: i.d. Burg mit 1000 Ermordeten, darunter grausam verstümmelte Soldaten der Wehrmacht, ist unser Erzähler, weder "anmassend", "trotzig" oder "unverbesserlich".
Er wandert taumelnd als Mensch, nicht als SSler, durch die russisch-Hölle-verseuchte Atmosphäre jener Greueltaten - Kinder, Frauen (vergewaltigte?) liegen in den Leichenbergen.
Littell will, dass wir Leser uns Mühe geben u. neben Aue schreiten. Bevor man begreift, muss man gewandert sein.
Ich bezweifele, dass dabei "Masochismus" relevant sei, viel eher: Mitleid, Erbarmen, Verzweifelung mit dem Wesen: Mensch.