16.02.2008 | 03:02 Uhr
Ted Nunin: Aus dem Internet, für das Internet?
Wenn, wie im FAZ-Interview, Claude Lanzmann sagt, einen wie Max Aue habe es nie gegeben, stellt sich die Frage nach den Beweggründen und Quellen für die Erfindung dieser Figur und des Romans.
Leider sagte Lanzmann nicht, inwiefern Aue anders als die wirklichen Nazi-Täter war. Sollte er etwa einen besseren Menschen verkörpern als es sie im System gab, analog zu Ulrich Mühes Stasi-Offizier im Film "Das Leben der Anderen"?
Das erscheint nach dem, was bis jetzt über den Roman in Erfahrung zu bringen war, unwahrscheinlich, aber wir sind mit den Folgen in der Zeitung ja noch am Anfang.
Verdienstvoll ist es von der FAZ, erstmals ein Diskussionsforum im Internet einzurichten. Möglicherweise ist dies auch insofern sinnvoll, dass man damit an eine von Littels Motivationen stößt.
Weder ist er selber Überlebender des Holocaust noch hat er ausführliche Interviews mit Tätern geführt. Aber die Mentalität des Hasses auf Juden, der Furcht vor ihnen und des Neids auf sie, diese findet man im Netz.