Alexander Dillenburg: Littell zieht mir den Teppich unter den Füßen weg
Ich befürchte, dass ich an den Roman noch lange denken werde. Die intime Perspektive von Max Aue beschäftigt mich schon seit ich denken kann und mich diese Frage während der Schulzeit mit Wucht traf.
Ich bin mir sicher, dass ich mich nicht mit Aue identifizieren kann, aber es ist - zumindest am Anfang der ersten Kapitel - ein schmaler Grad. Der Abgrund ist ungeheuerlich und in den weiteren Kapiteln wohl nur schwer zu ertragen. Littell wirft Fragen auf, deren Beantwortung mir Angst macht, und ich bin nicht leicht zu beeindrucken.
Wahrscheinlich wird der weitere Verlauf so absurd, dass ich es nicht mehr auf meine eigene Lebenswirklichkeit beziehen kann, aber das Schweigen der eigenen Verwandtschaft nach dem Krieg klingelt noch in meinen Ohren. Ich bin entsetzt, finde den Ansatz von Littell jedoch richtig für die Fragen der nachfolgenden Generationen. Littell versucht die Sprachlosigkeit anders anzugehen. Ein wichtiger Versuch, Antworten erwarte ich aber nicht.



Login
registrieren







Markus Mielke schreibt: Eine beunruhigende Frage
Ja, genau das ist es, die Frage nach der Sprachlosigkeit und natürlich dem Warum, denn wie oft frage ich mich: Wie hätte ich reagiert? Wäre ich ein Scholl oder eher ein Mitläufer? Oder aber ein Täter? Das ist eine sehr spannende und auch beunruhigende Frage!