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Freitag, 15. Februar 2008
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Frage des Tages:

Trägt Littells Roman zum Verständnis der extremen und fanatischen Bewegungen unserer Gegenwart bei?

"Möglicherweise erklärt dieses Buch, wie es dazu kommen kann, dass große Teile einer Gesellschaft zur Aufgabe aller moralischen Barrieren gebracht werden. Heute erleben wir ganz ähnliches bei den radikalisierten Islamisten. Sogar vor laufenden Kameras, bekennen sich Menschen zu Mord, Terror und Völkervernichtung. Ist diese Parallele statthaft?" Eine Leserfrage von Peter Keul.

Beiträge

16.02.2008 | 04:03 Uhr

Georg Dargelies: Wenn wir von "Erben" Sprechen --

Unsere modernen Medien machen es erst seit knapp 100 Jahren moeglich, solche "Ungeheuerlichkeiten" fest zu verankern. Das Echo wird, wie wir sehen, nicht so schnell verklingen!

P.S. Habe im selben Land (Kanada) nur offene Tueren gefunden und Anerkennung!

Kommentare

17.02.2008 | 03:16 Uhr
Georg Dargelies schreibt: Heinz Dieter ihr habt in fast allen --

Sachen recht! ------- Mein Gefuehl in der Fremde entwickelte sich in Montreal (37Jahre) -- Wo alle <Festlandeuropaer>!! ihre erste Taetigkeit mit den Fren.-Kan. in der Arbeiterklasse gut auskamen.

-- Denn die meisten Betriebsverwaltungen wahren besetzt mit englischem Personal. - Die Atmosphaere war recht offen, denn sehr viele Fren. Kanadier haben sich ums Soldatspielen gedrueckt! Nur der Kinderreichtum und die Kirche hat Quebec in die neue Zeit gefuehrt. Bis man dann wagte 1960-70 den Kopf zu erheben. Das Verlangen, die eigene Wirtschaft zu fuehren, wurde recht kraeftig; wobei es auch zu turbulenten Zwischenfaellen kam. Die "Andersartigkeit" hat hier ja so viel mehr Platz als z.B. in Belgien oder auf dem Balkan!


16.02.2008 | 14:03 Uhr
Heinz Dieter Chiba schreibt: Annerkennung?

Dez. 51 war keine Anerkennung für dt. Kinder (ich war 9) in ON vorhanden. Der cdn Patriotismus war stark im Kommen u. sogar heute rühmt man sich wie heldhaft jeder einzelne cdn Soldat im II. Weltkrieg gegen dt. Nazis (keine Differenzierungen, noblesse oblige) Moral u. menschl. Ehre gerettet haben - Sie müssen cdn Zeitschriften um den 11.11. des Jahres ansehen.

Cdn Medien im engl. sprechenden Teil (westlich von Québec) waren in bester britischer Tradition stets u. immer anti-deutsch gefärbt - sind es heute noch.
Wurden Sie in der Waterloo Gegend von ON mit "Anerkennung" empfangen, wo mehrere Deutsche sich etablierten u. jährlich ihr Oktoberfest feiern? Übrigens, ihre Stadt hiess "Berlin" ... wurde auf (Lord) Kitchener zwangsumgetauft, von oben herab. That's my Canada ... u. ich kenne es gut.



15.02.2008 | 19:20 Uhr

Achim Pfeiffer: NEIN

Man sollte "die Kirche im Dorf lassen". Dieser Roman beschreibt das abgrundtief Böse des SS-Staates und er macht mich besonders betroffen, weil er keine Ausrede oder Beschwichtigung zulässt.

Max Aue ist intelligent, gebildet, kultiviert und keiner gesellschaftlichen Randgruppe zuzuordnen. Er wusste immer was er tat, er war nie fanatisch oder unter dem Einfluss eines "Heilspredigers".
Les Bienveillantes ist ein hervorragender historischer Roman über die Greuel der SS, er kann jedoch nicht Extremismus und Fanatismus von der Steinzeit bis Star Wars erklären oder verständlich machen.

Kommentare


15.02.2008 | 19:11 Uhr

Heinz Dieter Chiba: man erbt nationale Verbrechen

Nov. 42 geboren, war Dr. Aue, wie Kameraden des SD/SS schon tätig. Ich wusste natürlich nichts davon, auch nicht, als ich in Kanada mich mit anglo saxon jungs prügelte, die mich seit Eintreffen im Dorf als "filthy German" beschimpften. Dez. 1951 u. der Schnee fiel wieder vom Wintermantel ab aber ihre Worte drangen in die junge Seele ein...

Verstand langsam, dass "wir" (war österr. Staatsbürger durch Zwangs-Einbürgerrung der Eltern. Als vertriebene Sudetendeutsche hatten wir unsere Reichsdeutsche Staatsbürgerschaft nach der Kapitulation verloren. Keiner wollte uns mehr? Österreich sagte schliesslich: kommt.) auch diesen letzten Weltkrieg wieder verloren hatten.
Die Raufereien der Public School gingen weiter. Immerhin, wir "filthy" Einwandererjungs waren numerisch weniger als die Einheimischen. Ich verlor Interesse mich als "filthy German" so oft zu verteidigen.
Man erbt, wer man ist - immer.

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Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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