18.02.2008 | 15:15 Uhr
Heinz Dieter Chiba: Die Zeugen der anderen auch lesen, aus Respekt
Jahrgang 42 lernte ich, die ersten 10, sogar 20 Jahre von dt. Schuld u. Verbrechen, besonderrs seitens dt. Medien, so wie die des Auslandes. Später las ich Joachim Hoffmann, alles von Solschenitzyn u. letztes Jahr W. Schalamows "Durch den Schnee" (M&Seitz,Berlin).
Man muss suchen über Kriegverbrechen anderswo zu lernen, denn auch beim Holocaust werden Schattenseiten betont, andere weniger. Deutschland, ohne Zweifel, schreibt über eigene Schuld ausführlich, seit 1945. Andere Länder, besonders, die unter (bis vor kurzem) dem totalitären Kommunismus, haben Schuld seit 1945 verheimlicht.
Littell, kein Deutscher, kein Kommunist, kennt keine nationalen o. politi. Schuldgrenzen - Betroffene dieser Länder auch nicht, sondern die polit. Machtpole o. beauftragten Propaganisten, die Schuld u. Verbrechen über Jahrzehnte deformierten u. verschwinden liessen. Beste Zeugen dieser Verheimlichungen: Solschenitzyn u. Schalamow, deren Geschichte Massenmorde ohne Hitler u. ohne SS detaillieren...
Hajo Stork schreibt: Keine Verharmlosung
Einzigartig heißt nicht, dass etwas nicht wiederholbar wäre. Einzigartig ist ein retrospektiv verwendeter Begriff und bedeutet: In der Geschichte gab es bisher kein durch radikale Umsetzung von Ideologie in die Praxis erzeugtes Verbrechen, das diesem in Perfidie, Ausmaß, bösartiger Motivation, fabrikmäßiger Organisationsstruktur und maschinenmäßiger Konsequenz gleichkommt.
Alles Einzigartige ist nur so lange einzigartig, bis es sich wiederholt. Leider habe ich keinen Zweifel, dass es auf dieser Welt Menschen gibt, die genügend kriminelle Energie besitzen, das bisher Einzigartige wiederholen oder gar noch übertreffen zu wollen. Glücklicherweise fehlen ihnen bisher die Mittel dazu.