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Der verhinderte Geniestreich
von Klaus Harpprecht
Als "Geniestreich" und "letzten Dreck" hat Klaus Harpprecht früh Littells "Wohlgesinnte" in unserem Experten-Forum bezeichnet - und hat damit unter anderem die Gegenwehr Klaus Theweleits provoziert. In seiner ausführlichen F.A.Z.-Kritik revidiert Harpprecht jetzt sein Urteil.
Die dritte Generation und der Holocaust
von Julia Voss
Selbst seine Verächter gestehen dem 1967 geborenen Jonathan Littell zu, den deutschen Vernichtungskrieg im Osten geradezu authentisch wiedergegeben zu haben. Der dritten Generation hätte man das offenbar nicht zugetraut. Doch wie wird Littell von seinen Altersgenossen gelesen? Eine Lektüre von Julia Voss, Jahrgang 1974.
Jonathan Littell in Berlin
von Hubert Spiegel
Er will kein Provokateur sein, denkt aber auch nicht daran, die Provokationen seines Romans kleinzureden. Jonathan Littell parierte bei seinem ersten Auftritt in Berlin fast alle Fragen ungerührt: ein bisschen Belmondo, ein bisschen Beckett.
An wen wendet sich Littell?
von Wilfried Wiegand
In Littells "Wohlgesinnten" muss den Franzosen ihre eigene Sprache fremd klingen und Littell pflanzt ihnen sogar noch einen Widerhaken in die Seele. Diesen verstörenden Effekt kann die deutsche Übersetzung nicht abbilden. Von Wilfried Wiegand.
Klaus Theweleit greift die Littell-Kritiker an
Es hallt ein Ruf wie Donnerhall: "So nicht, Herr Littell!" Die deutsche Literaturkritik will sich ihre Opferperspektive nicht nehmen lassen und versagt vor Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten". Von Klaus Theweleit.
Fernsehdokumentation über Littell
Meisterwerk, Paradoxon oder doch uninteressant: Arte zeigt eine Dokumentation über Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten". Ein sehenswerter Film, der Stimmen versammelt und Emotionen erkennbar werden lässt.
Volker Weidermann über Littells "Wohlgesinnte"
In wenigen Tagen werden Littells "Wohlgesinnte" in deutscher Sprache erscheinen. Und die ersten Buchkritiken zeigen bereits, wie kontrovers das Buch diskutiert werden wird. Volker Weidermann hat es für die F.A.S. gelesen - anfangs mit totaler Ablehnung, dann zunehmend gebannt.
Jorge Semprun im Gespräch über Littels "Wohlgesinnte"
Die Erinnerung an den Holocaust stirbt, wenn sich nicht junge Schriftsteller ihrer annehmen, sagt Jorge Semprun im Gespräch mit der F.A.Z. Semprun, der Buchenwald überlebte, ist sich sicher, dass Littell ein Meisterwerk gelungen ist: ",Die Wohlgesinnten' prägen die Erinnerung".
Jonathan Littell im Gespräch
Historiker und Überlebende des Holocaust haben seinen mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Roman "Les Bienveillantes" ("Die Wohlgesinnten") über den SS-Offizier Max Aue als amoralisch kritisiert. Im Interview spitzt der Autor Jonathan Littell die Diskussion weiter zu und bezeichnet "die Allianz mit den Nazis" als "ethische Option" der damaligen Zeit.
Claude Lanzmann im Gespräch
Die letzten Überlebenden des Holocaust sterben. Dokumentarfilme wie Claude Lanzmanns "Shoah" kann es in Zukunft nicht mehr geben. Eine neue Epoche der Auseinandersetzung mit dem Thema beginnt. Ein Gespräch über den gewandelten Umgang mit dem Holocaust und Jonathan Littells Roman "Les Bienveillantes".
Littells "Bienveillantes" in Spanien
Seit einer Woche liegt der Tausend-Seiten-Roman "Les Bienveillantes" von Jonathan Littell unter dem Titel "Las benévolas" in spanischer Übersetzung vor. "Das Ereignis des Jahrhunderts", urteilt Jorge Semprún.
"Die Wohlgesinnten"
Vor einem Jahr erschien in Paris die fiktive Autobiographie des SS-Offiziers Dr. jur. Max Aue, der in Frankreich überlebte, Karriere machte und gegen Ende seines Lebens nichts bereut und nichts beschönigt: "Les Bienveillantes" von Jonathan Littell.
Literaturpreis
Keine Überraschung beim Prix Goncourt: Den begehrtesten französischen Literaturpreis erhält in diesem Jahr der Schriftsteller Jonathan Littell für sein Debüt "Les Bienveillantes", den Roman aus der Perspektive eines SS-Soldaten.
Eine erste Lektüre
Nach den hymnischen ersten Reaktionen auf Jonathan Littells "Les Bienveillantes" werden erste kritische Stimmen laut. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung meldet sich Sylvain Bourmeau , der Chefredakteur des französischen Kulturmagazins "Les Inrockuptibles" zu Wort.
SS-Roman
Ein SS-Offizier erzählt in Jonathan Littells erstem Roman vom Nazi-Terror, und die glasklare Schilderung des Schreckens erregt ganz Frankreich. Ein Phänomen wie Goldhagen kündigt sich an, auf hohem literarischem Niveau.