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Montag, 23. November 2009

"Frau von Levezow und Töchter angekommen"

Goethes Tagebuch

Faksimile: Klassik-Stiftung
Tagebucheintrag vom 2. Juli 1823

Goethe hat zu allen Zeiten seines Lebens zuweilen ausführlicher, zuweilen knapper und stichwortartiger Tagebuch geführt. Ab 1817 dienten die Tagebücher Goethe unter anderem als Materialgrundlage für die Fortsetzung seiner autobiographischen Aufzeichnungen, den "Tag- und Jahresheften", die 1830 in der "Ausgabe letzter Hand" bei Cotta in Stuttgart erschienen.

Auch in den Tagebüchern seines Marienbader Aufenthalts finden sich immer wieder Hinweise auf seine Arbeit an der "Lebenschronik", am "Biographischen"
oder "Selbstbiographischen".

Goethe war am 2. Juli 1823 in Marienbad eingetroffen, "um 8 Uhr" wie er in seinem Tagebuch unter diesem Tag vermerkte. Unter dem 11. Juli 1823 notierte er fast beiläufig und den Namen falsch schreibend: "War Frau von Levezow und Töchter angekommen."

Die zahlreichen ausführlichen Tagebucheintragungen bis zur Abreise der Levetzows nach Karlsbad am 17. August geben einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten Goethes in Marienbad, lassen aber kaum erahnen, was Goethe in diesen Tagen zutiefst bewegt hat. Zum Abschied heißt es schlicht: "Die Familie bereitete sich zur Reise. Man versammelte sich bey Frühstück und machte vor dem Abschied Pläne, sich wieder zu sehen."

Die Original-Tagebücher Goethes werden im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrt.


Manfred Koltes, Goethe- und Schiller-Archiv

Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

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