Home
Nominiert für den Grimme-Online-Award 2008
Lesesaal
FAZ.NET
Freitag, 29. Februar 2008

Forum:

Goethes großer Flirt - Ist Walsers Ulrike zu forsch geraten?

Wie Katz und Maus umkreisen sich Goethe und Ulrike in Walsers neuem Roman, und es wird nicht gleich ersichtlich, wer hier schlagfertiger, wer Katz und wer Maus ist. Wurde so schon im 19. Jahrhundert geflirtet? Und falls nicht - warum hat Walser es so komponiert?

Beiträge

05.03.2008 | 15:19 Uhr

Ingeborg Harms: Walsers Affäre mit Goethe

Nein, Ulrike kann gar nicht forsch genug sein, geht es in "Ein liebender Mann" doch in Wirklichkeit nicht um Goethes letzte Liebe, sondern um die Affäre, die Martin Walser mit Goethe hat: "Exzellenz, ich finde es lieb, dass Sie nicht merken, wie ich Sie imitiere. Aber ich gebe zu, es macht mir Spaß."

Kommentare


03.03.2008 | 10:04 Uhr

Friederike Reents: Durchtriebenes Frauenzimmer

Drei kleine Fräuleinwunder sind Walsers Töchter von Levetzow. Nicht nur Ulrike ist forsch, sondern auch Bertha und Amalie sind es. Während die beiden Jüngeren beim ersten Wiedersehen in Marienbad mit ihren aufgeweckten Fragen an Goethe gleich herausplatzen, hält sich Ulrike zunächst bedeckt.

Sie mimt die kühl Überlegene, hat Züge eines durchtriebenen Frauenzimmers, das weiß, was der große alte Dichter will: bewundert und intellektuell auch gefordert werden. Anders als ihre vorlauten Schwestern fordert Ulrike mit bedeutungsvollem Blick zu wissen, was er denkt – und vor allem, wer er eigentlich ist; sie will ihn berühren.

Die Frage, ob Walser mit seinem Buch den Ton der Goethe-Zeit trifft, ob die junge Frau wirklich so gesprochen haben könnte, wirft jedoch eine grundsätzliche, seit dem Aufkommen des historischen Romans im neunzehnten Jahrhundert immer wieder diskutierte Frage auf: Wie historisch müssen historische Romane eigentlich sein? Und, auf Walser bezogen, wollte er überhaupt den einen Ton treffen, oder will er nicht vielmehr, wie Daniel Kehlmann in einem Essay in dem Sammelband Wo ist Carlos Montufár? (2005) schrieb, als "Erzähler mit Wirklichkeiten operieren, aus dem Wunsch heraus, die vorhandene (historische, F.R.) nach seine Vorstellungen zu korrigieren" und damit eine "zweite, eine private" Wirklichkeit erfinden? Es ist zu vermuten, dass Walser nicht ohne Grund die kecke Ulrike sagen lässt, den Historienschriftsteller Walter "Scott nicht kennen zu lernen tut nicht weh". Bei Goethe dagegen wünscht sie sich "dass man, wenn man Lust habe, nach ihm greifen könne. Ja berühren wolle man ihn." Berühren wird sie ihn, aber wohl nie da, wo er es am liebsten gehabt hätte.

Kommentare

04.03.2008 | 20:01 Uhr
Manfred Lubitz schreibt: Durchtriebenes Frauenzimmer

Hallo Frau Reents,
glauben Sie wirklich, dass Walser dem guten Goethe ein durchtriebenes Frauenzimmer gegenüberstellt? Walser ist in einem Alter, in dem er den alten Goethe gut zu verstehen glaubt und Ihn wahrscheinlich um sein weltbekanntes Abenteuer mit Ulrike beneidet.

Ein schöner Traum für einen alten Mann in eine solch geistig nahe Beziehung zu einem jungen Mädchen zu treten, immer in der Hoffnung, es könne sich mehr daraus ergeben. Walser hat sich in diesem Roman ein Gegenüber erschaffen, wie er es sich selber erwünschen würde. Diese Gespräche zwischen Goethe und dem jungen Mädchen sind purer Flirt auf hohem Niveau. Mit forsch und durchtrieben hat das nichts zu tun.



03.03.2008 | 07:14 Uhr

Wolfgang Frühwald: Von blasser Historie zu leuchtendem Leben

Im Verhältnis zur historischen Person, die ihr Vorbild ist, ist Walsers Ulrike tatsächlich forsch und vielleicht sogar schnippisch. Die Ulrike von Levetzow, die Goethe in Marienbad verehrt hat, war eine junge Dame von Stand, die nicht nur durch Herkommen und Erziehung zurückhaltend war, sondern auch unter strenger Aufsicht ihrer Mutter stand.

Martin Walser hat dieser etwas blassen historischen Figur Profil, Farbe und Leben gegeben und damit eine Gegenspielerin gegen die sonst übermächtige und unter Umständen auch lächerliche Gestalt Goethes geschaffen. Erst durch diese – dem modernen Autor erlaubte – andere Akzentuierung kommt meines Erachtens der Roman in Gang.

Kommentare


02.03.2008 | 12:48 Uhr

Salman Ansari: " Das ewig Pubertierender zieht uns hinan"

Offensichtlich hat Goethe sein sexuelles Begehren ins hohe Alter hinüberretten können. Der Titel des Buches könnte ebenso "Ein begehrender Mann" lauten. Es würde jedenfalls zutreffender und weinig spießiger anmuten, als "Ein liebender Mann".

Haben die Begriffe "das geschlechtliche Verlangen" und "Liebe" identische Attribute? Hätte Ulrike Goethe überhaupt beachtet, ohne den Glanz seiner Berühmtheit? Vermutlich hätte sie ihn angewidert zurückgewiesen. Die Person Goethe hat tatsächlich existiert und es ist ein fragwürdiges Unternehmen, eine historische Figur in die Dimension der Fiction zu verweisen.

Kommentare


01.03.2008 | 15:13 Uhr

Friedemann Bedürftig: Erkünsteltes Fräulein

"Zu forsch" trifft es nicht ganz. Man braucht für die Verzeichnung der jungen Frau Ulrike schon mehr "Zus": Zu keck, zu männlich, zu reflektiert, zu altklug, zu papieren. So sieht es auch "Spiegel"-Rezensent Volker Hage: "Doch dann, wenn sie wirklich auftritt und redet, wirkt diese Ulrike plötzlich ganz leblos."

Und auch SZ-Kritiker Joachim Kaiser, den Edo Reents für dieses Forum interviewt hat, spricht davon, dass "die Mädels", also nicht nur Ulrike, sondern auch ihre Schwestern, von Walser "aufgewertet" werden, was man sich wohl bildungsmäßig-intellektuell zu denken hat. Kaiser findet das "angenehm". Für meinen Geschmack steckt auch darin ein "Zu", das mit der buchstäblichen Inbrunst der inneren Monologe Goethes kollidiert. Und mit der Elegie sowieso.

Gern stellt Walser Ulrikes Aussagen in indirekte Rede. Zur Schaffung von ein wenig Distanz zwischen dem jungen Ding und den eher spätgoetheschen Einsichten? So geht’s auch zu, als Ulrike den auf einen Schnösel eifersüchtigen Goethe aufsucht und besagten Kerl einen "veloziferischen" nennt. Das Wort kommt bei Goethe zwar erst 1825 vor und wieder 1829 in den "Wanderjahren", doch solche Mini-Anachronismen deckt dichterische Freiheit. "Zu" frei allerdings gerät dann Ulrikes Aussage über den Begriff. "Sie liebe Wörter, die so lauten, dass man sie schon dem Laut nach verstehen könne. Wörter, die der Vorstellung noch etwas zutrauen." Das ist Walser pur und kein bisschen Ulrike oder eben doch nur passend zu Walsers Kunstfigur, genauer: zu seiner erkünstelten Figur der Ulrike.

Kommentare

03.03.2008 | 08:10 Uhr
Uwe Recha schreibt: Zu verzeichnet?

Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, was sich tatsächlich zwischen Goethe und Ulrike begeben hat, und vom Privaten und Intimen der beiden historischen Gestalten ist nur soviel bekannt, wie sie uns wissen ließen. Nicht viel besser dürfte es auch um die Frage stehen, wie "man" denn zu jener Zeit geflirtet habe.

Weniger keck, weniger reflektiert, weniger alt- und jungklug, weniger papieren?
Fest steht, dass weniger gestattet war als in unserer heutigen Zeit, in der weitaus mehr gestattet ist und man sich direkter erlauben kann, von der Liebe gleich zum Begehren zu kommen, ohne Rücksichten auf die Gesellschaft drumherum - wenn man denn partout möchte. Dass wir Heutigen uns damit schwertun, das Spielerische, das "Katz und Maus" in den Zeiten der Liebe unter penibler Sitte und züchtigem Anstand vorzustellen, eröffnet jedoch kreative Spielräume, in denen ein Überzeichnen gern gesehen und ein Verzeichnen im Grunde kaum denkbar ist. Das Spiel ist gelungen, man sieht den beiden gerne zu.



01.03.2008 | 15:10 Uhr

Christian Schärf: So wird das nichts, Exzellenz!

An manchen Stellen drängt sich mir die Vermutung auf, der wirkliche Goethe müsste im Flirten besser gewesen sein als Walsers Romanfigur. Selbst der Laie möchte dem verliebten Greis in gewissen Szenen zurufen: "Halt! So wird das nichts!"

Aus der Goethe-zeitgenössischen Ratgeberliteratur über Theorie und Praxis der Verführung würde ich dem Mann Stendhals ein Jahr vor dem unglücklichen Marienbader Sommer erschienenes Buch "De l'amour" empfehlen. Hier hätte Walsers Goethe das Zusammenspiel von leidenschaftlicher Hingabe und kühler Kontrolle direkt vom Experten lernen können. Auch wie man die Angst vor der Peinlichkeit überwindet, erklärt uns der Franzose fachgerecht, und ich möchte zu all den von Stendhal zur Liebe geäußerten Erkenntnissen in aller Bescheidenheit hinzufügen, dass ein Übermaß von nach außen getragenem Narzissmus das Flirten garantiert auch stark beeinträchtigt.

Die Frage ist natürlich, ob der wirkliche Goethe ein solches Coaching von linksrheinischer Seite überhaupt nötig gehabt hätte. Schließlich hatte der Alte vom Frauenplan, in der Literatur und im Leben, selbst ziemlich viel Erfahrung mit den Situationen der Anbahnung. Dass er bei Walser so verunsichert wirkt, ist psychologisch plausibel. Dass er dem verehrten Fräulein so verhalten gegenüber tritt, gibt dieser zudem die Chance, ihn mit kessen Antworten noch weiter in die Verunsicherung zu treiben. Die Sache spitzt sich damit schnell zu, und das Anliegen des Autors wird klar. Aus dem Spiegel, vor dem der nackte Goethe nach dem Auftreten seines jugendlichen Gegenspielers etwas ratlos steht, blicken uns all die Kristleins, Zürns und Halms an, die seit je Martin Walsers Universum der Selbsthassliebe bevölkern. Walser präsentiert ein virtuoses Sprachspiel über eine ungewöhnliche, unglückliche Liebe; sein eigentliches Thema aber scheint mir – wieder einmal – der männliche Narzissmus zu sein.

Kommentare

03.03.2008 | 09:16 Uhr
Uwe Recha schreibt: So wird das nichts?

Ob Goethe überhaupt "geflirtet" hat? Der Abstand zwischen heute und damals ist groß, und wie groß, das ist möglicherweise kaum zu ermessen.
Heutzutage kann und darf man jedenfalls fragen, warum Erotik nicht auch einmal nassforsch, selbstbewusst, mit Widerspruchsgeist und doch kokett daherkommen sollte...

Warum hat Walser es so komponiert? Das ist des Pudels Kern und die eigentlich spannende Frage, die in die Tiefe führt. Zum Vergnügen und zur Erbauung des Lesers sicherlich. Auch zur Belehrung? Auch zur Reflexion?
Komposition und Ausführung laden geradezu dazu ein. Das Motiv des Greises und der jungen Frau wird umspielt, und im Drehen und Wenden der beiden Liebenden spiegelt sich viel mehr als narzisstische Selbstbezogenheit. Es ist so viel zu sehen in diesem Blick zurück durch die Brille des Jetzt, und durch die Marienbader historisierende Szenerie wird vieles möglich, das im aktuellen Gewande nur noch schwer sagbar und zeigbar wäre.


02.03.2008 | 14:02 Uhr
Herold Binsack schreibt: Verblendung oder Häresie?

"Von diesen Levetzows wird es in diesen Klatschbriefen heißen, dass sie den Dreh raus haben, sich gewinnbringend in Szene zu setzen."- Womit dann der Kern dieser Koketterie genannt ist! Die "Liebe" – auch und gerade in der undenkbarsten Konstellation – ist eben nur im Rahmen bürgerlicher Konvention, um nicht zu sagen: bürgerlichen Geschäftes zu begreifen.

Im 21. Jahrhundert das dem Leser anzudienen, ist entweder grenzenlose Verblendung dessen, was zum Thema Liebe angesagt wäre zu beschreiben: das Ende der Liebe, nämlich, oder es ist ein lästernder Einstieg in genau diesen Diskurs. So wie es angefangen hat, wird es wohl denn auch enden: als bürgerlicher (Selbst-)Betrug. Das Thema mit dem "Narzissmus", war da nur so eine Ablenkung, denn solches mit Goethe vorzuführen, ist doch recht eigentlich - Häresie.



29.02.2008 | 14:56 Uhr

Werner Frizen: Das wirklich Belebende

Gott sei Dank, dass diese Ulrike nicht auf den Mund gefallen ist!. Dass Walser eine unhistorische Ulrike geschaffen hat, ist das wirklich Belebende an seinem Roman. So kommen Dialoge mit Pfiff zustande, die am Ende doch mehr interessieren als das ewige Lamento des Alten.

Die originalen Erinnerungen von Levetzows (es handelt sich freilich, das sei zugegeben, um Zeilen der alten Dame, die ihre Schoßhündchen päppelt) lesen sich so spannend wie Stifters Nachsommer. Nur eine Kostprobe: "Sehr viel hat Goethe zu meiner und meiner Schwestern Belehrung und Bildung beigetragen, da er über so viele Gegenstände mit uns gesprochen und auch meiner Mutter manchen Wink und Rat gegeben." Das klingt so bedeutend und inhaltsleer, als wenn ein Heinrich Drendorf mit Risach im Rosenhaus plauderte. Walser brauchte eine quicklebendige, forsche und intelligente Ulrike als darstellungstechnische Notwendigkeit (und übertrug auf sie nach eigenem Bekunden auch Züge der jungen Romy Schneider). Gut so – denn sonst müssten wir heute den Nachsommer noch einmal lesen.

Kommentare

03.03.2008 | 09:56 Uhr
Uwe Recha schreibt: Gewinn ohne Goethe?

Eine junge Frau, die sich lebhaft und voll jugendlicher Unbefangenheit im besten Sinne einem alten Mann und seiner Welt annähert - ein schönes Bild. Mit frecher und forscher Neugier das Alter befragen und sich von ihm nicht abwenden, auch wenn eine Verbindung auf Dauer letztlich scheitert: ein Bild dafür, was sich ein Autor nur wünschen kann?

Das Alter bringt Vereinzelung mit sich, und die Geschichte dieser Liebe kann wie ein Ausbruchsversuch betrachtet werden. Noch einmal in lebendigen Kontakt treten, umgeben von Endlichkeit und all ihren Anzeichen, und es dennoch tun... Mag sein, dass man dies mit weniger Interesse lesen würde, wenn es sich nicht um Goethe handelte. Aber vielleicht auch mit weniger Gewinn.



29.02.2008 | 14:19 Uhr

Terence James Reed: Ein starkes Stück!

Zu forsch, um … was? Plausibel zu sein? Authentisch zu sein? Das rührt bereits an das Problem aller literarischen Wirklichkeitsrekonstruktion, die recht eigentlich eine Erfindung sein muss. Wissen kann man nicht, was sich zwischen Goethe und Ulrike zugetragen hat, oder auch nur, was für ein Mensch diese junge Frau eigentlich war.

Die fiktive Figur musste auf jeden Fall charakterliche Substanz bekommen: erstmal um den alten Goethe und eben auch um den Leser zu interessieren (mit einer auch noch so schönen geistigen Niete wäre es nicht getan, weder für ihn noch für uns). Bereits die jüngere Schwester Amalie antwortet keck genug, die Geschwister seien überhaupt kein Trio, sondern Einzelne "wenn’s recht ist, Herr Geheimrat". Widerspruchsgeist ist also anscheinend Familientradition, bei Ulrike erst recht, "Contresse" genannt. Für sie sind Goethes Bücher "allerhöchstes Geflunker" – ein starkes Stück! Sie weiß sich auch generell im Gespräch zu behaupten, siehe den Austausch über unvorgreifliche Meinungen, über die Wahrheit des Gegenteils von allem, was Goethe sagt, oder im Prinzessinnenspiel.

Kommentare


29.02.2008 | 12:46 Uhr

Rüdiger Görner: Gegen die Satzhoheit

Man gäbe schon so einiges, um der Walserschen Ulrike zu begegnen und mit ihr bacchantisiertes Brunnenwasser zu trinken. Sie, die für ihre jungen Verhältnisse auffallend reife Sprach-und Verhaltenskritikerin, würde natürlich sogleich fragen, was das denn sei, "bacchantisiertes Brunnenwasser", so wie sie eines der Lieblingswörter des Walserschen Goethe, "unvorgreiflich", hinterfragt, nein, es beinahe hintergeht.

Sie klopft Goethe nicht auf seine Finger, sondern auf seine Sätze ("Ihre Sätze wirken auf mich immer so endgültig"); sie konstatiert seine "Satzhoheit" und prägt damit selbst ein Wort, das sie, wäre es aus Goethes Mund gekommen, sogleich kritisch beäugt hätte. Ist "Satzhoheit" jedoch das Wort einer Neunzehnjährigen, damals? Wäre es ein solches heute?

‚Nassforsch’ (auch so ein Wort!) ist die Walsersche Ulrike; sie muss es sein, sonst wäre sie nur Projektionsfläche des Weltkindes in und über allen Mitten gewesen und damit novellistisch unbrauchbar. Die Blicke, die diese Ulrike mit diesem Goethe wechselt, sind übrigens – nach allem, was wir lesen – weniger forsch-fordernd oder keck als so manches ihrer Worte.

Bliebe die Frage: Wie ‚liebend’ ist Walsers Ulrike? Hat sie am Ende die "Marienbader Elegie" verdient, jene von Stefan Zweig so benannte "Sternstunde" der dichtenden Menschheit?
Oder verließ hier den Erzähler Walser der Mut, als er die "Marienbader Elegie" in seinem Roman in extenso zitiert, ohne mit ihr zu arbeiten, sie umzuwandeln, zu variieren, aufzubrechen? Ulrike bei der Elegie der Elegien, sieht man von Goethes "römischen" ab, ein Wörtchen mitreden zu lassen - das wäre ihre ultimative Forschheit gewesen, um die sie Walser, soll man sagen: wohlweislich? gebracht hat.

Kommentare


Beitrag schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Registrieren Sie sich hier.

Herausgegeben von Werner D'Inka, Berthold Kohler, Günther Nonnenmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008