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Auszug aus: "Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949-1990"
Folge 10:
Der Begriff «Generation» ist in den letzten Jahren zum Passepartout aufgestiegen, mit dem sozial-, mentalitäts- und politikgeschichtliche Probleme insbesondere der Neuzeit entschlüsselt werden sollen. Dieser Trend hat auch die Zeitgeschichte erfaßt. Die Kritik, daß es sich um einen vagen Allerweltsbegriff ohne trennscharfe Konturen handle, trifft freilich auf gute Gegenargumente. Denn seitdem «Generation» durch den Soziologen Karl Mannheim bereits in den 1920er Jahren thematisiert worden ist, hat sich die Analyse relativ kompakter, durch kollektive Erfahrungen verbundener und daher von Vorgängern und Nachfolgern deutlich unterschiedener Alterskohorten als nützliches analytisches Instrument erwiesen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lebensgeschichte, Denkformen und Handlungsweisen herauszuarbeiten. Insofern ist die Generationenforschung im Kern auch stets auf den Vergleich angewiesen.
Wenn man sich dem Problem nähern will, wie in den verschiedenen Altersgruppen der Jugendlichen nach 1945 die Weichen für den Übergang in das Erwachsenen- und Berufsleben, damit auch endgültig in die Arena der Sozialen Ungleichheit gestellt wurden, erweist sich der Schlüsselbegriff der Generation nicht nur als heuristisch hilfreich. Vielmehr trifft er auch im Hinblick auf Erklärungs- und Überzeugungskraft auf keine überlegene Alternative.
1. Die jüngsten Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS bildeten eine klar erkennbare politische Generation. Himmler hatte als Chef des Ersatzheeres die Einberufung der 16jährigen vom September 1944 ab eingeführt; Oberschüler und Gymnasiasten wurden bevorzugt der Waffen-SS überstellt. Abertausende von Schülern und Lehrlingen wurden dadurch aus ihrem Jugendleben herausgerissen. Nach einer kurzen, nur provisorischen Ausbildung kamen sie zum Einsatz an die Front, wo ihre durchschnittliche Überlebenszeit wegen des evidenten Mangels an Kriegserfahrung auf maximal vier Wochen zusammenschrumpfte. Zusammen mit den jungen Soldaten der Jahrgänge 1926/27 bildeten sie eine Generationskohorte, die unmittelbar dem Kriegsgeschehen mit permanenter Lebensgefahr und Massentod, Verwundung und Gefangenschaft ausgesetzt war. Die Summe dieser direkten Erfahrungen mit dem Soldatenleben im Zeichen der heraneilenden Niederlage und des allgegenwärtigen Todes unterschied sie von der nachfolgenden Generation, obwohl die Trennung nicht einmal auf einem Stichjahr, sondern auf der fatalen Wirkung eines willkürlich gewählten Stichmonats beruhte.
2. Ob man als Nichttheologe überhaupt von der «Gnade der späten Geburt» sprechen sollte, sei hier dahingestellt. Daß aber der Zufall der Geburtszeit von lebenslang anhaltender Bedeutung sein kann, läßt sich nicht bestreiten. Das gilt auch und gerade im Hinblick auf die erörterten Generationen, die innerhalb jeweils schmaler Zeitzonen ganz unterschiedlich geprägt worden sind. Wer noch nicht zu den Soldaten, sondern als Angehöriger der Jahrgänge 1927/30 zu den Flakhelfern eingezogen wurde, konnte zwar auch im Bombenkrieg gegen die deutschen Städte umkommen oder von den Begleitjägern der alliierten Luftflotten hinter seiner Vierlingsflak erschossen werden. Aber im allgemeinen dominierte eher die Angst vor der Gefahrensituation anstelle der unmittelbar akuten Lebensbedrohung im Alltag des Frontsoldaten. Der Fronteinsatz blieb den meisten Flakhelfern erspart, nur in der Schlußphase des Krieges wurden manche von ihnen dem letzten Aufgebot des «Volkssturms» überstellt. Sie befanden sich mithin gewöhnlich im Vorfeld des Ernstfalls, mit dem sie meist nur für kurze Zeit in Berührung kamen.
Aus den Überlebenden dieser beiden Generationen, der jüngsten Soldaten und der Flakhelfer, stammte nach dem Krieg die kleine Minderheit der ersten Studentenpopulation – zuerst höchstens 4 % der Altersgruppen –, die unter schwierigen Bedingungen, aber im Frieden studieren konnten. Sie stellten auch die jungen Facharbeiter, Angestellten und Handwerker, die sich sogleich auf das Berufsleben konzentrierten. Und man darf nicht übersehen, daß zu ihnen Abertausende von jungen Frauen stießen, die zuvor als «Blitzmädchen», d. h. als Nachrichtenhelferinnen, als Krankenschwestern und Wehrmachtsekretärinnen in die Kriegsmaschinerie des NS-Regimes eingespannt gewesen waren.
3. Die dritte Generation umfaßte die Jahrgänge 1930/35, die zwar vom militärischen Kriegsdienst und Flakhelfereinsatz verschont blieben, aber noch die vier Pflichtjahre im «Deutschen Jungvolk» der HJ mitgemacht hatten, also mit der systemkonformen politischen Sozialisation der Führerdiktatur in Berührung gekommen waren. Nur wenige von ihnen kamen bei dem letzten verzweifelten Widerstand von «Werwolf»-Einheiten, die mancherorts noch aus Mitgliedern dieser Altersgruppen gebildet worden waren, ums Leben. Doch Bombenkrieg und Kinderlandverschickung, Evakuierung und Flucht oder Vertreibung haben sie hautnah miterlebt. Wegen der Kriegseinwirkungen oder der Besatzungszeit gingen ihnen auch ein, zwei Jahre ihrer Schulzeit verloren. Doch als kompensatorischer Ausgleich fiel ihr Eintritt in die Berufswelt oder ihr Abitur überwiegend in die Zeit nach der Währungsreform, so daß sich eine entscheidende Phase ihrer Entwicklung mit dem Aufstieg der jungen Bundesrepublik, der zahllose Karrierechancen eröffnete, überschnitt.
In den Nachrichtendiensten der westlichen Alliierten hatte man diese zweite und dritte Generation der Flakhelfer und Jungvolk-Pimpfe für eine politisch hochgefährdete Altersgruppe gehalten, da der Nationalsozialismus während einer besonders aufnahmefähigen Lebensperiode in ihre Köpfe eingedrungen sei; wahrscheinlich brauche man daher viele Jahre, bis aus ihnen verläßliche demokratische Bürger geworden seien. Genau das Gegenteil trat ein. Die Erinnerung an die Einflüsse der politischen Indoktrination im «Dritten Reich» wurde im allgemeinen erstaunlich umfassend und so schnell wie irgend möglich verdrängt. Eine nostalgische Verklärung dieser jüngsten Vergangenheit tauchte eigentlich nirgendwo auf, nicht einmal bei den ehemaligen Schülern der Napola und Adolf-Hitler-Schulen. Vielmehr zeigte sich eine lebensgeschichtlich bedingte Immunisierung gegenüber jedweder ideologischen Verheißung. Daher sprach der Soziologe Helmut Schelsky mit seinem Gespür für treffende Formulierungen 1957 zu Recht von der «skeptischen Generation».
4. Eine vierte Generationskohorte bildete sich aus den Angehörigen der Jahrgänge 1935 bis 1945 heraus. Sie hatten mit dem Krieg nur einen indirekten Kontakt. Doch zahlreiche Väter kamen nicht zurück. Den Hunger der Notjahre 1945/47 spürten auch sie. Die Bombardierung der Städte, die Flucht und Vertreibung aus dem Osten unter den chaotischen Bedingungen des Trecks in einem extrem harten Winter prägten sich ihnen, so jung sie auch sein mochten, tief ein. Seither gehörten solche Erfahrungen zu ihrer mentalen Grundausstattung. Nachdem sie auch noch auf diese Weise vom Krieg versehrt worden waren, fiel freilich ihre bewußter erlebte Kindheit oder Jugendzeit meist in die Jahre des Wiederaufstiegs. Sie wurden getrübt durch das Schweigen der Väter (oder der Eltern überhaupt) über den Krieg und ihre eigenen Lebenserfahrungen in den «braunen Jahren». Unstreitig hat sich die Majorität dieser vier Generationen, die jeweils nur wenige Alterskohorten umfaßten, aber durch schroffe Zäsuren der Erfahrung mit dem Krieg selber oder seinen Folgen voneinander getrennt waren, mit Entschlossenheit auf die berufliche Ausbildung, danach auf den Karriereweg in einer Wachstumsgesellschaft, die das Fortkommen auf vielfältige Weise begünstigte, konzentriert. Auf der Basis des antikommunistischen Konsenses, sonst aber abhold jedem vereinnahmenden ideologischen Entwurf, gehörten sie auch zu jenem sozialen Substrat, auf dem sich die pragmatische Politik der großen Volksparteien bewegte. Dem nüchternen Interessenkalkül ohne emotionalen Überschwang zu folgen – das drängte sich diesen Generationen als Konsequenz ihrer Lebenserfahrung auf. Die Älteren waren noch von der Mobilisierung des Leistungsfanatismus beeinflußt worden, den der Nationalsozialismus mit so zielstrebiger Entschiedenheit gefördert hatte. Insofern paßten sie in das Wettbewerbssystem der «Sozialen Marktwirtschaft», zu deren leistungsbereiten und -fähigen Trägerschichten sie sogleich gehörten, während den Jüngeren das Leistungsdenken dort anschaulich vermittelt wurde. Ein auffälliges Unikat bildet eine Gruppe von Angehörigen dieser Generationen. Im wesentlichen zwischen 1929 und 1941 geboren, reüssierten sie in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen, scheuten aber gleichzeitig nicht das Engagement in der weiteren Öffentlichkeit während aufflackernder politischer Kontroversen oder im zähen Kampf um die Meinungsführerschaft, wenn sie immer wieder ihr Urteil pointiert äußerten. Diese Bereitschaft, die neue Republik als unerwartete zweite Chance mitprinzipieller Zustimmung, sogleich aber auch mit kritischer Aufmerksamkeit zu begleiten, war offenbar das generationsspezifische Resultat vonDiktatur und Kriegserfahrung, Niederlage und Holocaust. Diese prägenden Einflüsse ergaben eine stimulierende Verbindung von eigentümlichenErfahrungen und Herausforderungen, welche dieser Gruppe trotz aller Meinungsunterschiede im einzelnen seit der Mitte der fünfziger Jahre den Charakter einer «strategischen Clique» verliehen. Man denke nur an repräsentative Figuren wie Jürgen Habermas, Ralf Dahrendorf, Rainer Lepsius, Christian Meier, Thomas Nipperdey, Ernst-Wolfgang Böckenförde, Wolfgang und Hans Mommsen, Jürgen Kocka, Dieter Grimm, Heinrich August Winkler u. a., die alle wissenschaftliches Ansehen erwarben, aber auch als politische Publizisten wirkten.
Eine vergleichbare Gruppe hat es, das sticht besonders ins Auge, weder in anderen Verliererstaaten wie Italien, Österreich oder Japan noch in Siegerstaaten wie England, Frankreich und den USA gegeben. Zwar beteiligten sich in Italien nicht wenige Intellektuelle an der Auseinandersetzung um das Mussolini-Regime, die Resistenza samt ihrem Mythos und die Rolle der KPI, in Österreich am Streit um den Klerikofaschismus der 30er Jahre, den «Anschluß» von 1938 und die nationale Identitätskonstruktion der Nachkriegsrepublik, in Japan an der sehr kurzlebigen Diskussion über die Rolle des Tenno, des Militärs und der pazifischen Expansionspolitik. Doch nirgendwo kam es zu einer kontinuierlichen Teilnahme prominenter Wissenschaftler an den öffentlichen Kontroversen über fünf Jahrzehnte hinweg. Das trifft auch auf die Vereinigten Staaten zu, wo die Journalistenzunft ihre Domäne gegen das Eindringen von Außenseitern verbissen und erfolgreich verteidigte, und auch auf England, wo nur einige profilierte Neomarxisten wie Eric Hobsbawm und Edward P. Thompson zeitweilig in die öffentliche Debatte eingriffen. Und in Frankreich wandten sich einige junge Historiker und Sozialwissenschaftler als Reaktion auf den Niedergang seit dem Frühjahr 1940 parteipolitisch, aber auch publizistisch der KPF zu, korrigierten aber durchweg alsbald ihre Entscheidung und überließen die im Grunde anstehende Auseinandersetzung mit dem autoritären Vichy-Regime und dem französischen Antisemitismus einer Debatte, die erst vierzig Jahre später ernsthaft geführt werden sollte. Im Vergleich ist freilich unschwer zu erkennen, warum die deutschen Sonderbedingungen den Typus des «Public Intellectual» unterstützt haben, dessen Repräsentanten man in letzter Zeit mehrfach mit der Kurzformel «Generation 45» charakterisiert hat.
Am unteren Ende der Sozialhierarchie bewegte sich dagegen seit der Mitte der 50er Jahre für kurze Zeit eine Sondergruppe aus der vierten Generation, die «Halbstarken». Bei ihnen handelte es sich um aus dem Milieu der Unterklassen stammende Jungarbeiter und Lehrlinge, die zum einen dagegen protestierten, daß die Wohltaten des Wirtschaftswunders ihnen nicht im erhofften Umfang zustatten kamen, zum andern die neubürgerlichen Normen und Orientierungsvorschriften der jungen Bundesrepublik als gängelnde Zumutung empfanden. Ihr Protest äußerte sich in größeren Städten im Zusammenrotten lautstark agierender Gruppen, im Anpöbeln von Passanten, im Grenzfall des Übergangs zur Gewalt gegen Sachen im Umkippen (aber nie im Abfackeln) von Autos.
Die städtische Öffentlichkeit, die sich damals dem Wohlstandsaufschwung des Wirtschaftswunders hingab, hatte ein derartig rabiates Protestverhalten noch nicht erlebt; sie verstand auch nicht, weshalb junge Leute aus ihrer Mitte diese Form der Kritik an den vorherrschenden Zuständen attraktiv fanden. Infolgedessen billigte sie den durchweg maßvoll ausgeführten Polizeieinsatz. Nicht die Ordnungskräfte erwiesen sich aber als der entscheidende Grund, daß die «Halbstarkenkrawalle» nach kurzer Zeit wieder erstarben. Vielmehr zeigte sich, daß dieses Protestverhalten in den Altersgruppen der Teilnehmer keineswegs verallgemeinerungsfähig und vor allem, da jede vermittelbare politische Zielvorstellung fehlte, auch nicht politisch organisierbar war. Diese exotisch wirkende Regelverletzung ist daher nach kurzer Zeit im sozialen Gedächtnis der Westdeutschen schon wieder verblasst.
Zehn Jahre später tauchte die Erinnerung daran bei einigen Beobachtern freilich wieder auf, als die Studentengeneration von 1968/69 die gezielte Regelverletzung, diesmal mit anspruchsvollem theoretischen Aufwand unterfüttert, erneut praktizierte. Diese 68er-Bewegung wird unten im Zusammenhang der inneren Politikgeschichte der Bundesrepublik noch erörtert. Im Kontext der Jugendgenerationen braucht nur ihre tiefe Ambivalenz festgehalten zu werden. Wenn auch aus den verschiedenen Protestströmungen der damaligen «Außerparlamentarischen Opposition» (APO) manche erwachsenen Demonstrationsteilnehmer stammten, wurde die erdrückende Mehrheit doch von Studenten gestellt, die der vierten Generation der zwischen 1935 und 1945 Geborenen oder aber der neuen fünften, im Frieden geborenen Generation angehörten. Sie engagierten sich zum einen im Protest gegen den amerikanischen Vietnam-Krieg, doch im Beifall für diktatorische Regime in der «Dritten Welt», zogen die Vätergeneration wegen ihres Schweigens über die Diktatur und den Krieg zur Rechenschaft und verlangten eine Purifizierung von allen Nationalsozialisten, die ihre Karriere in der Bundesrepublik unbeschwert fortgesetzt hatten. Zugleich forderten sie die Durchsetzung eines neuen Lebensstils, der sich von den vermeintlich erstarrten bürgerlichen Konventionen absetzte.
Ließen sich solche Ziele noch zum guten Teil rational nachvollziehen, besaß die 68er-Bewegung zum andern aber auch eine dunkle Kehrseite, auf der ihr Scheitern vorprogrammiert war. In evidenter Realitätsblindheit sah sie ausgerechnet in der Großen und dann der Sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt und Helmut Schmidt einen neuen Faschismus heraufziehen. Die gegen ihn propagierte Gewalt gegen Sachen schlug gleitend in Gewalt gegen Personen um. Diktatoren der «Dritten Welt» wie der Nordvietnamese Ho-Tschi-Minh und die Guerillaikone Che Guevara wurden in einem romantischen Rückfall als Ideale für den künftigen Umbau hochkomplizierter westlicher Gesellschaften verklärt. Ein zusehends dogmatischer Marxismus voll kruder Denkformen, z. B. in seiner «Faschismustheorie», sollte erneut als Schlüsselwissenschaft und politische Kampflehre dienen. Das Leistungsprinzip wurde verächtlich gemacht, ehe es durch das Bekenntnis zur Gesinnungstreue ersetzt wurde. Bewährte Traditionen des Zusammenlebens der Geschlechter und der Kindererziehung wurden, ohne Rücksicht auf die psychischen Folgen, unausgegorenen Alternativen geopfert. Kein Wunder, daß angesichts der fehlgesteuerten Programmatik die 68er-Bewegung alsbald ihre Dynamik verlor, zumal als am linken Rand die Exzesse der «Roten Armee Fraktion» (RAF) und anderer irregeleiteter Radikalenzirkel begannen. Und was das mühselige Geschäft konkreter Reformen angeht, waren alle wesentlichen Rechtsreformen längst vor 1968 eingeleitet worden, hatte sich eine kritische Öffentlichkeit, keineswegs ein Produkt der APO, längst vor 1968 herausgebildet, hatte sich der Umschwung in der westdeutschen Innenpolitik längst vor 1968 angebahnt. Und was der Antiamerikanismus der 68er später zu bewirken imstande war, konnte man noch unter der rot-grünen Koalition kennenlernen, wie auch die Verächtlichmachung des Leistungsdenkens, das die 68er auf ihrem «Marsch durch die Institutionen» des Bildungssystems nach Kräften bekämpft hatten, mit dem Ergebnis der Pisa-Studien seine drastische Quittung erhielt.
Trotz der Schattenseite der 68er-Bewegung hat die Teilnahme an den Protestaktionen und Diskussionen für einige Hunderttausend doch eine generationsspezifische Erfahrung vermittelt, die später glorifiziert oder ironisiert wurde, aber im Rückblick auf die alte Bundesrepublik zum letzten Mal die Kraft zur Prägung einer politischen Generation besaß. Alle späteren Konstruktionen einer «Generation Golf» oder einer «Generation Reform» sind im Vergleich damit literarische Kunstprodukte, deren soziales Substrat nicht herbeigeschrieben werden konnte. (S. 185-191)


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